Pützel
| Geschlecht: | Hündin |
|---|---|
| Kastriert: | Ja |
| Rasse: | Mischling |
| Alter: | 2 Jahr (April 2022) |
| Schulterhöhe: | 45 cm |
| Gewicht: | 10 kg |
| Herkunft: | Rumänien |
| Angekommen: | 01.Apr. 2023 |
| Vermittelt: | 16.Aug. 2024 |
Ja, ihr lest alle völlig richtig. Pützel, oder die Dame „fass mich nicht an“ ist gestern in ihr neues Zuhause gezogen. Geboren am 10.04.2022 kam Pützelmädchen am 01.04.2023 zu uns in die Hundeauffangstation. Am 1. April, haha haben wir gedacht…… schauten nochmal auf die Beschreibung von ProDog: freundliche Hündin, gut anfassbar….. und dann hatten wir den Salat! Oder besser gesagt einen Hund in der Anlage den Niemand von uns Helfern jemals anfassen konnte, wollten wir doch alle unsere Finger gerne behalten. So lebte Pützel also munter im Rudel, war mit allen Hunden kompatibel, schaute sich gerne uns Menschen aus sicherer Entfernung an und dachte sich wohl, Ne lasst mal stecken, meine Hundekumpels reichen mir völlig. Schön wenn ihr mir Futter hinstellt aber anfassen: AUF KEINEN FALL!!!!
Tja, schwierig…. ohne Halsband, ohne Geschirr läuft halt mal so garnix. Pützel hat bis gestern keine Pfote aus der Hundeauffangstation bewegt, zweimal Impfversuche erfolgreich verweigert und uns weit über jede Frustrationsgrenze hinaus getragen. So vergingen also mehr als 16 Monate und wir hatten einen völlig unvermittelbaren Hund, der durchaus fröhlich und zufrieden mit uns lebte. Vor 16 Wochen hatte ich die Nase richtig voll und habe angefangen die hübsche Maus ausschließlich aus der Hand zu füttern. In der ersten Woche mit mäßigem bis garkeinen Erfolg, jeden Morgen grüßte das Murmeltier und Pützel und ich saßen alleine im Hunderaum und nur der Hunger brachte dann irgendwann den gewünschten Erfolg. Hilfreich war das pausenlose absingen von La Le Lu (Heinz Rühmann) und so konnte das Frühstück bald statt in 30 Minuten in nur 5 Minuten per Hand in den Hund gebracht werden. (Ich fass jetzt wirklich alles!!! mit der bloßen Hand an, puh..)
Vor ca. zwei Monaten besuchten uns dann Sandra und Torsten ohne H, damals sehr sehr traurig da sie gerade Greta über die Regenbogenbrücke gehen lassen mussten. Dieses wirklich sehr liebevolle Paar wollte sich Poka mal anschauen und dabei entdeckten sie Pützel. Als sie nach dem zweiten Besuch die Entscheidung trafen mit Pützel arbeiten zu wollen dachte wohl die Mehrheit von uns OHKAY… schauen wir mal. Aber da hatten wir die Rechnung ohne Sandra und Torsten gemacht. Eine unglaubliche Geschichte nahm ihren Anfang. Fast zwei Monate kamen die Beiden täglich zu uns. Immer nach der Reinigung haben wir Wolldecken aufgehangen um möglichst viel Ruhe zu erzeugen und in gaaanz kleinen Schritten näherten sich Hund und Menschen an. Es gab Fortschritte, Rückschläge, Lachen, auch mal Tränen wenn garnichts ging, aber Sandra und Torsten haben sich nicht entmutigen lassen. Die Hundetrainerin ihres Vertrauens hat das Paar gecoacht und war auch selber mehrfach bei uns. An dieser Stelle vielen Dank an Anja Hülsmann.
Vor ungefähr einer Woche war dann aber klar dass in der Hundeauffangstation keine weiteren Fortschritte mehr zu erzielen wären und so fiel die Entscheidung Pützel soll einziehen. Obwohl Sandra mittlerweile Pützel beim füttern leicht am Kopf berühren durfte waren wir noch Welten von einem normalen Umgang entfernt. Was tun? Hund sedieren?, wollten wir nicht. Also haben Karsten und Volker gestern die Hundedame im Hunderaum versandfertig verpackt und ich durfte zum ersten Mal ihre Nähe genießen, da sie nach ordnungsgemäßer Verpackung (Halsband, Geschirr, Maulkorb, diverse Leinen) tatsächlich kam um Schutz zu suchen. Kurze Pause und dann ging es für Pützel auch noch in die Transportbox und ab ins Glücksmobil. Gut aus Hundesicht gibt es mit Sicherheit schönere Tage im Leben, aber: was muss…das muss!
Angekommen bei Sandra und Torsten haben wir Pützel, gemeinsam mit Hundetrainerin Anja, aus der Box befreit und dann erstmal zwei Stunden (gefühlt 6 Stunden) auf einen „eingefrorenen“ Hund geguckt. Sandra hat alles gegeben und pausenlos sanfte Berührungen und positive Energie in den Hund gestreichelt. Irgendwann kam dann das Leben in Pützel zurück und sie fing an sich zu bewegen. An trinken oder essen war so garnicht zu denken, aber sie hat die erste Nacht geschlafen und Kraft gesammelt. Heute wurde dann gelernt wie man mit Maulkorb fressen kann und auch das Trinken wird noch besser werden. Sogar einige wenige Schritte nach draußen waren möglich, wahrscheinlich hatte sie das erste Mal in ihrem Leben Gras unter den Pfoten.
Vor Pützel und ihren Menschen liegt noch ein langer Weg und heute kann niemand von uns wissen wo die Reise hingeht. Das ganze Team von PVA hat unfassbaren Respekt für Sandra und Torsten die sich dieser Aufgabe stellen und ihr Leben wahrscheinlich für längere Zeit ausschließlich ihrer Pütz widmen werden. Wir werden nah dran bleiben und hoffen sehr dass ihr zusammen glücklich werden mögt. Es ist toll dass es solche Menschen wie Euch gibt und wann immer Ihr Hilfe braucht werden wir da sein. Eine Chance für Pützel, ich könnte schon wieder heulen. Ihr werdet uns fehlen (auch der mitgebrachte Kuchen war immer sehr lecker…). Mit all unseren guten Wünschen und der Hoffnung auf ein gutes Leben für Pütz(el), bleibt gesund und stark.
Dicke Umarmung von Eurer PVA







