Salwa

Geschlecht:Hündin
Kastriert:Ja
Rasse:Mischling
Alter: 1 Jahr (September 2024)
Schulterhöhe:43 cm
Gewicht:10 kg
Herkunft:Rumänien
Angekommen:18.Okt. 2025
Vermittelt:24.Dez. 2025
💕 Salwa wohnt in Mülheim an der Ruhr 💕
Ich würde behaupten, dass diese Meldung für die Wenigsten, die die „OP-Tagebuch-Einträge“ von Salwa gelesen haben, überraschend kommt 😅
Und da diese Vermittlung alles andere als gewöhnlich war, wird es auch der Auszugspost nicht – allein schon aufgrund der Tatsache, dass ich wohl die einzige Adoptantin bin, die ihn für ihren Hund selber schreibt 😂
Beginnen möchte ich hier gerne mit einem Zitat aus dem Auszugspost unserer ehemaligen Führungskraft Talia: „[…] dieses PVA Team nimmt erstmal jeden auf […]“. Gemeint sind damit natürlich in erster Linie unsere Hunde, aber dieser Satz gilt auch für uns Menschen.
Ich habe PVA bereits vor über 5 Jahren kennengelernt, als das Stummelschwänzchen Buffy zu meinem damaligen Partner und mir gezogen ist und neben meinen Yorkshire Terrier Blacky unser kleines Rudel komplett gemacht hat 💕
Wie es im Leben nunmal so ist, ist es gut, dass sich Wege von Menschen auch trennen, allerdings bedeutete das für mich eine Vernuftsentscheidung zu treffen und so blieb Buffy bei ihm 💔
Am 23.02.2025 musste ich dann die wohl härteste Entscheidung im Leben von Hundeeltern treffen, was mir vollends den Boden unter den Füßen weggerissen hat. Mein absoluter Seelenhund Blacky war zu dem Zeitpunkt über 17,5 Jahre alt und fast genauso lange an meiner Seite. Doch an diesem Tag hat er mir klar gesagt, dass er jetzt gehen möchte und ich habe ihm diesen Wunsch schweren Herzens erfüllt 💔
Danach stand ich vor der Wahl: entweder versinke ich jetzt in diesem Schmerz komplett, oder ich mache daraus Etwas. Da ich mein Herz ja bereits schonmal bei PVA verloren habe, habe ich nicht lange überlegt, sondern stand genau eine Woche nach Blacky’s Einschläferung vor der PVA-Tür – nur diesmal als Helferin.
Mir war damals nicht bewusst, wie sehr das mein Leben und mich verändern wird, aber ich möchte dieses Ehrenamt keinesfalls mehr missen und kann es jeden nur ans Herz legen! 💕
So schön es als PVA-Helferin auch ist, es gibt allerdings ein ganz großes Problem: Man verliebt sich ziemlich schnell in unsere Fellnasen! 😅
Viele von euch fragen uns auch immer wieder „Wie macht ihr das? Ich würde ja alle sofort mitnehmen!“ und ganz ehrlich: Es gibt immer wieder Hunde, bei denen es für den ein oder anderen Helfer wirklich verdammt hart ist, wenn er vermittelt ist. Wir wissen allerdings, dass wir genau dafür arbeiten und im Endeffekt ist die Vermittlung unser schönster Lohn 💕
Zudem kommt, dass viele von uns das Ehrenamt machen, eben weil sie aus welchen Gründen auch immer keinen eigenen Hund haben (können). Bei mir z.B. war die Lücke, die Blacky hinterlassen hat, so enorm groß, dass mein Herz sie erstmal etwas flicken musste.
Meiner Meinung nach gibt es als Helferin zwei Aufgaben, die die schönsten sind: den Hund in die neue Familie bringen und die Hundeannahme 😍
Aus diesem Grund bin ich eigentlich fast immer dabei, wenn es heißt, der Trapo aus Rumänien kommt wieder angerollt.
So auch in der Nacht vom 18. auf den 19.10.2025. Ich wusste zuvor schon, dass es diesmal für mich eine ganz besondere Annahme werden wird, da diesmal nur kleinere Hunde als sonst dabei sein werden, und naja… die sind leider mein Beuteschema 😅
Box für Box wurde in die Anlage reingetragen, Dokumente wurden geprüft und dann hieß es wie immer „Auf 3! 1, 2, 3 – Boxen auf!“. Heraus kamen 5 kleinere Zuckerschnuten, die alle für sich absolut toll waren. Mir stach allerdings eine Maus besonders raus: Salwa 🥰 Die kleine Zicke hat direkt gezeigt, dass sie IHREN Wassernapf mit Sicherheit nicht mit den anderen Hunden teilt und ich fand das irgendwie super 😂
Wie ihr in den anderen Beiträgen zu ihr gerne nochmal nachlesen könnt, ist uns ihr Gangbild direkt in dieser Nacht aufgefallen und ich habe es mir am nächsten Tag nicht nehmen lassen, als erste mit ihr rauszugehen, um mir das genauer anzusehen. Als dann klar war, dass sie operiert werden und sie danach auf eine Pflegestelle gehen muss, konnte mein Gehirn gar nicht so schnell hinterherkommen, wie mein Mund gesagt hat „Ich mach das!“
Eigentlich hätte mir da schon klar sein müssen, dass diese Ziege sich bei mir woanders als die anderen Hunde platziert 😅
Nach ein bisschen Vorbereitung und privaten Terminen, fuhr ich dann am 15.11.2025 mit Salwa auf meiner Rückbank von der Station nach Hause. Es war ein komisches, aber auch ein sehr schönes Gefühl sie in meiner Wohnung zu sehen und sie lebte das Leben hier von Tag eins an so, als hätte sie nie woanders gewohnt (nur beim Fernseher brauchte sie ein bisschen, aber mittlerweile schaut sie da aktiver zu als ich 😂).
Bis zur OP wuchsen wir wahnsinnig schnell zu einen eingespielten Team zusammen und so langsam konnte ich mir ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen, aber ich versuchte das erstmal zu verdrängen.
Am Tag der OP habe ich aber schon gemerkt, dass ich mir ähnliche Sorgen um Salwa mache, wie damals bei der Kastration um Blacky, aber ein Besuch bei PVA und vor allem die liebsten Mithelfer können da glücklicherweise ordentlich ablenken 🥰
Bine und ich sind als die OP zuende war, wieder zur Tierarztpraxis gefahren und durften auch direkt durch zu Salwa.
Und dann kam der Moment: ich habe dieses kleine Häufchen Elend auf dem Boden unter der Wärmelappe gesehen und schneller als ich neben ihr auf dem Boden saß, kamen nur die Tränen bei mir vor Erleichterung die Maus wieder zu haben 🥺💕
Während ich Salwa angeschaut und gestreichelt habe, hat nach all der Zeit mein Herz endlich mal wieder das Kommando übernommen und dann zu Bine gesagt: „Ich kann das nicht… Ich kann sie nicht wieder hergeben“ 💕
Dass das Vertragsdatum ausgerechnet Heiligabend ist, war vor allem den Tatsachen geschuldet, dass der Terminkalender vom Vorstand bis Dato so brechend voll, und ich ja erstmal Intensivkrankenschwester für Salwa war.
Wir hatten kurz zusammen überlegt, ob das so gut ist, aber im Endeffekt fanden wir es alle ehrlich gesagt ziemlich witzig 😂
Außerdem ist es denk ich jedem klar, dass wir als Tierschutzverein natürlich absolut die Haltung vertreten, dass Hunde keinesfalls (Weihnachts-)Geschenke sind und wir eine „gewöhnliche“ Vermittlung auch nicht an Weihnachten machen würden.
An dieser Stelle würde ich normalerweise den Adoptanten und dem Hund alles Gute wünschen, aber mir das selber zu schreiben, fände ich doch etwas seltsam 😅
Ich möchte mich stattdessen sehr gerne persönlich bei all denen bedanken, die so unglaublich viel für Salwa’s OP gespendet haben und ihr so fest die Daumen gedrückt haben! Ohne euch und ohne PVA würde diese schnarchende Ziege gerade nicht neben mir liegen und hätte mich nicht endlich wieder zu Hundemama gemacht 💕
Ich möchte euch aber auch gerne auf den Weg geben, dass ihr nach dem Verlust eures Tieres die Trauer zulassen dürft! Die Trauer darf euch auch kurzzeitig aus der Bahn werfen. Wenn ihr bereit seid und ihr wieder in die Spur zurückfinden wollt, helfen unsere Schützlinge wahnsinnig gerne – und das auf die unterschiedlichsten Arten 💕
Wir werden euch natürlich weiter in unseren Leben mitnehmen, nur ab jetzt als „normales Tagebuch“ 😅
Yvonne und Salwa 💕